Film &‘ Talk – Outlander Buch vs. Film #1

Für meine Serie Film and Talk lade ich mir ab und an Gastautoren ein, die über ihre Lieblingsfilme oder -serien schreiben. Den Anfang macht mein Papa Michael. Er ist Vielleser und bekennender Outlander-Fan. Als ich ihn gebeten habe über die Bücher und die Serie zu schreiben, war er gleich Feuer und Flamme. Und statt EINEM Beitrag über das Thema zu schreiben, wird es in nächster Zeit mehrere Post von meinem Papa zu lesen geben. Im heutigen Beitrag wird es eine kleine Einleitung und Hinführung geben, in der er seine persönlichen Gedanken zum Buch und zum Film äußern wird. Also wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Und wenn es euch gefallen hat, dann hinterlasst meinem Papa gerne ein Kommentar oder ein Gefällt mir.


Gastbeitrag von Michael Förtsch

Schottlands faszinierende Geschichte und wunderbare Landschaft hat viele Schriftsteller und Filmschaffende bewogen über dieses Land zu erzählen. Maria Stuart des großen William Shakespeares und Catriona von Robert Louis Balfour Stevenson habe ich schon als Kind verschlungen. Der Film Braveheart mit dem großartigen Mel Gibson in der Hauptrolle, stellt den Freiheitskampf und Überlebenswillen der Schotten eindrucksvoll dar. Obwohl offiziell zu Groß Britannien gehörend, haben auch heute noch viele Schotten mit den Engländern (den Sassenachs; den Fremden) nicht viel am Hut.


Outlander Buch vs. Film – EINLEITUNG

Diana Gabaldon ist keine Schottin, sie ist Amerikanerin. Innerhalb von circa 30 Jahren hat sie sich mit ihren Romanen über James Fraser und Claire Beauchamp in den Olymp der Fantasyliteratur geschrieben. Wochen, Monate, gar Jahre lang beherrschten ihre Romane die Bestsellerlisten dieser Welt und begeisterte ein Millionen Publikum mit ihren Werken.

Buch oder Film? – persönliche Gedanken

Tendenziell denke ich, ein Buch höher einzuschätzen als einen Film. Im Buch ist mehr Raum eine Geschichte zu erzählen, außerdem kann man beim Lesen in seiner Vorstellung eigene Bilder projizieren. Es gibt natürlich auch wunderbare und ausgezeichnete Filme, wo ich nicht weiß, ob da ein Buch als Vorlage diente. Ein Beispiel hierfür ist „Ist das Leben nicht schön?“ mit dem außergewöhnlichen James Stewart in der Hauptrolle. Ebenfalls eine amerikanische Produktion ist der Film „Eine Frage der Ehre“ mit dem diabolischen Jack Nicholson. An dieser Stelle soll auch eine DEFA-Produktion erwähnt werden: „Einer trage des anderen Last“. Hier wird die Nachkriegsgeschichte eines überzeugten Kommunisten und eines Priesters erzählt. Beide Lungen kranken und leiden an der sogenannten Schwindsucht, werden am Ende der Geschichte trotz aller Zwänge und ideologischer Gegensätze Freunde.

Culloden Schlachtfeld

Mein Zugang zu Diana, James, Claire und Co.

Kommen wir jetzt zu Diana Gabaldon’s Highlander-Saga zurück. Ursprünglich handelt sie mit ihrem Verleger wohl nur drei Romane aus, die auf den Höhepunkt der Schlacht von Culloden und dem Niedergang der Schotten hinauslaufen sollte. Schon bald stellten sie fest, auch auf Grund des großen Anklangs, dass diese faszinierende Geschichte in einer Trilogie mit jeweils 1000 Seiten nicht erzählt werden kann. Mittlerweile sind es acht Romane geworden und hoffentlich werden es noch mehr. Mitte der 90er Jahre agierte ich viel auf einer Online Verkaufsplattform. Unter anderem verkaufte ich auch Romane von Gabaldon und legte mir immer einen zurück, um ihn irgendwann selber zu lesen. Damals lass ich eher noch John Grisham – der einen Bestseller nach dem anderen veröffentlichte. Nachdem ich einige Werke von Gabaldon zusammen hatte, fing ich an Feuer und Stein zu lesen. Circa 50 Seiten, dann hatte ich ihn weggelegt. Ich konnte gar nicht verstehen, warum ihre Werke einen so reißenden Absatz fanden. Leider erging es mir mit dem Buch noch drei oder vier mal so. Irgendwann habe ich mich doch über die 50te Seite hinweg gequält. Plötzlich konnte ich das Buch nicht mehr weglegen und las jede freie Minute. Mit den anderen Büchern erging es mir dann ähnlich. Und nun warte ich seit geraumer und viel zu langer Zeit auf den 9. Band. Wann wird der wohl endlich fertig werden?

Ein magischer Steinkreis?

Die Figuren kommen auf die Leinwand

Mittlerweile habe ich die Bücher zum dritten/vierten Mal gelesen. Das erste Filmprojekt startete, da waren acht Bücher schon veröffentlicht. Im Film werden manche Figuren intensiver dargestellt, als dies im Roman der Fall war. Angus Mhor und Rupert MacKenzie sind im Roman mehr oder weniger Randfiguren, nahmen in den ersten Teilen der Serie aber einen großen Raum ein. Ihre durchaus verschiedenen Charakterseiten wurden filmisch ausgiebiger dargestellt und auch ihr Tod bewegte mich im Film mehr, als im Buch.

Ein besonderes Eigenleben nahm die Figur des Murtagh Fitzgibbons Fraser an, der Onkel von James Fraser. Ich glaube, es ist Diana Gabaldon und Ronald D. Moore unmöglich geworden, ihn einfach so in Culloden sterben zu lassen (so wie es Gabaldon im Roman getan hat). Er entwickelte sich im Laufe der ersten Staffel zu einem wahren Sympathieträger und Publikumsliebling. Auch Frank Randall wurde nur in den ersten Buchseiten von Feuer und Stein als handelnde Person gezeigt. Tobias Menzies gestaltete die Rolle aber so bravourös, dass die Drehbuchautoren gar nicht umhin kamen, ihm selbst in der vierten Staffel – als im Buch kaum noch eine Rede von ihm war – mit kurzen Sequenzen immer noch aufzuzeigen.

Natürlich fallen nun auch Romanfiguren weg beziehungsweise spielen in der Serie nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle mehr. Hier ist Duncan Innes zu erwähnen, der einarmige Kamerad von James Fraser aus den Tagen von Ardsmuir. Im Roman ist er mit Jocasta Cameron, der Tante von Jamie, verheiratet. In der Serie wird dies aber nicht mehr möglich sein, da Murtagh möglicherweise seine Rolle übernimmt. Lassen wir uns in der nächste Staffel 5 überraschen.


Im nächsten Beitrag möchte ich über das erste Buch Feuer und Stein und seine Umsetzung in der ersten Staffel sprechen. Im Mittelpunkt stehen dann die Figuren Black Jack Randall, Colum und Dougal MacKenzie sowie die Versuche von Claire zu Frank zurückzukehren.

Kennt ihr die Bücher oder die Serie Outlander? Wenn es Literaturverfilmungen gibt, was präferiert ihr mehr: Roman oder Verfilmung? Schreibt es mir doch einfach unten in die Kommentare. ⬇️💙

Bilder: pixabay

9 Kommentare zu „Film &‘ Talk – Outlander Buch vs. Film #1

  1. Hach! *seufz*
    Ich liebe die Serie und ich liebe Schottland.
    Nächstes Jahr bin ich selber dort und wandel in den Highlands. Ich kann Dir nicht sagen, wie ich mich freue. Und erst über den Beitrag hier. Danke!
    Herzliche Grüße
    Sandra

  2. Ich bin eher Team Buch. Ich finde es schön, mir die Figuren vorzustellen und manchmal passt die Filmfigur dann so gar nicht zu meinen Vorstellungen. Outlander kenne ich nicht, aber das klingt nach schönen Landschaftsaufnahmen.

  3. Eine Freundin von mir liebt diese Serie und hat auch die Bücher gelesen. Ich konnte mich noch nicht wirklich dem Hype anschließen, aber wenn ich meine Serien durch habe, versuche ich mich vl noch mal an dieser Serie.
    Danke für den wundervollen Gastbeitrag.

    Alles Liebe,
    Julia

  4. Hey, da hat sich dein Papa ganz sicher geehrt gefühlt, man merkt, mit wieviel Leidenschaft er dabei ist. Ich stimme ihm zu, dass ein Buch deutlich mehr Interpretationsspielraum zulässt, deswegen sollte man wohl immer erst den Film sehen und dann lesen, sonst ist man eigentlich fast immer enttäuscht. Wie steht er denn zu Game of Thrones? Das müsste ihm doch auch gefallen haben oder? Ich finde jedenfalls, dass die Verfilmung wunderbar umgesetzt wurde, also die ersten paar Staffeln jedenfalls 😀 Viele Grüße an Euch beide.

  5. Ich muss gestehen, dass ich vom ersten Band der Outlander Reihe total begeistert war. Beim zweiten Teil kühlte die Begeisterung schon merklich ab und beim dritten Band habe ich mich irgendwie durch gequält. Ich kann gar nicht sagen wieso, aber seitdem habe ich die anderen Bücher nicht mehr gelesen, obwohl sie in meinem Regal darauf warten irgendwann einmal gelesen zu werden.
    Die Serie habe ich auch gesehen, aber auch irgendwie nur bis zur zweiten Staffel. Jedenfalls fand ich sie ziemlich gut umgesetzt. Bei dem Umfang der Bücher finde ich es auch nicht schlimm, dass in der Serie manches nicht so genau genommen worden ist.

    Liebe Grüße,
    Mo

  6. Was für schöne Bilder, Schottland ist echt toll. Outlander habe ich noch nicht gesehen, aber jetzt bin ich neugierig geworden.
    Ich kenne das von anderen Verfilmungen auch, dass nicht immer alle Charaktere genau übernommen werden können, vielleicht ist das dramaturgisch nicht immer möglich.

  7. Oh das ist ja ein Beitrag wie für mich geschrieben 🙂 An einem Sommerabend vor ungefähr zwei Jahren kam so gar nichts im Fernsehen und ich stolperte auf Netflix über diese Serie „Outlander“, von der ich nur mal gehört hatte, dass es eine Buchgrundlage gab. Ich habe mir gedacht, schau da mal rein und das war der Moment, in dem ich Fan der Serie wurde! Claire und Jamie waren mir schon nach wenigen Folgen so ans Herz gewachsen, dass ich mir dann auch nach und nach die Bücher bestellte und natürlich auch Veränderungen bemerkte! Ich finde schön, dass Angus und Rupert in der Serie eine so drollige Freundschaft haben. Hätte tierisch geweint, wenn Murtagh wirklich in Culloden gestorben wäre … ich bin gespannt, wie er noch weiter in die Verfilmung eingebaut wird! Das Wiedersehen drüben in Amerika war jedenfalls sehr herzzerreißend 🙂

    Apropos Culloden! Meine Tochter und ich waren vergangenen Sommer in Schottland: Wegen Outlander! Ich hab zwar tierische Flugangst, aber es gibt Themenreisen für Outlanderfans und ich wollte unbedingt so eine mitmachen. Wir waren u.a. auf dem Schlachtfeld unterwegs, haben Lallybroch gesehen und wie Claire auf der Treppe gesessen. Wenn der Outlander begeisterte Papa mal schauen will: In unserer rechten Sidebar gibt es die Links zu unseren beiden Beiträgen über diese Reise!

    So, das war glaube ich der längste Kommentar, den ich jemals hinterlassen habe 🙂

    Liebe Grüße
    Jana von SimplyJaimee.de

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