cinetastischer Adventskalender: Türchen 24

Das letzte Türchen #24  übernimmt heute mein Papa für mich. Er stellt euch seinen zweiten Lieblingsfilm vor, der immer zu Weihnachten im Fernsehen läuft und das schon seit über 70 Jahren: IST DAS LEBEN NICHT SCHÖN? (1947). Dieses Jahr bringt Servus TV den Filmklassiker zwischen Heilig Abend und dem 1. Weihnachtsfeiertag um 0.05 Uhr.


Ist das Leben nicht schön?
von Frank Capra

Das Wunder von Bedford Falls

Weihnachten steht vor der Tür und ausgerechnet heute verliert George Bailey aus der Kleinstadt Bedford Falls allen Lebensmut. Viele Gebete erreichen zwei himmlische Kräfte, die im Film durch Galaxien dargestellt werden. Gebete für den Ehemann, Vater, Freund und Förderer George Bailey. Leider ist nur Clarence ein EZ2 (Engel Zweiter Klasse) verfügbar. Er hat ja noch nicht einmal Flügel . Hier und heute kann er sie sich erwerben. Er hat aber nur eine Stunde Zeit, um sich mit dem Leben von George Bailey vertraut zu machen.

George ist ein aufgeschlossener Junge, der schon früh seine Liebe für ferne Länder entdeckt und diese später auch einmal erforschen und bereisen möchte. Beim Eisrodeln rettet er seinem kleinen Bruder das Leben, der im Eis einbricht, verliert dabei aber auf dem linken Ohr seine Hörfähigkeit. Mister Gower, bei dem er nachmittags in dessen Drogerieladen arbeitet, erhält die schlimme Nachricht vom Tod seines Sohnes. Er stellt ein Mittel her, das George überbringen soll. In seiner Trauer hat er aber Gift zurechtgemacht. Georg merkt es und trägt das Mittel nicht aus.

Später arbeitet George in der Firma seines Vaters, der ‚Building and Loan‘, mit. Er möchte aber endlich der Enge seiner Heimatstadt entfliehen und seine Kindheitsträume verwirklichen. Sein Vater allerdings möchte ihn als sein Nachfolger aufbauen. Beim Hochschulabschlussball seines Bruders trifft er schließlich Mary Hatch wieder. Sie schmieden Zukunftspläne, da stirbt aber Georges Vater. George, der gerade in ferne Länder aufbrechen wollte, muss den Nachlass seines Vaters ordnen. Mister Henry F. Potter, der reichste Geschäftsmann des Ortes, will die ‚Building and Loan‘ schließen, da sie seine Miteinnahmen etwas schmälert. George, der gerade wieder die Stadt verlassen wollte, hält eine Gegenrede und die Aktionäre entschließen sich, die Bausparkasse nicht zu schließen – allerdings soll er sie führen. Wieder muss er in den sauren Apfel beißen.

Im weiteren Verlauf zerschlägt sich seine Hoffnung noch einige mal, die von ihm gehasste Bank zu verlassen. Er baut sie nach und nach aus, schafft einen wunderbaren Wohnpark, in dem auch kleine Leute ein Heim finden. Heiratet Mary, 4 Kinder werden geboren und er schlägt ein Angebot Potters aus, der ihn für viel Geld als seinen Geschäftsführer einstellen will. Mittlerweile gräbt George nämlich dem verbitterten Potter mit seiner ‚Building und Loan‘ das Wasser ab. Harry wird im 2. Weltkrieg Jagdflieger und rettet vielen Menschen das Leben. George muss aufgrund seines Ohrenleidens Heimatdienst leisten. Der Weltkrieg ist zu Ende und Harry wird vom US – Präsidenten ausgezeichnet. Onkel Billy soll 8000 Dollar einzahlen. Aber in der Aufregung um Harry, verschludert er das Geld, welches dann Potter in die Hände fällt. Georg und Billy suchen alles ab, da der Revisor vor der Tür steht. Leider taucht das Geld nicht mehr auf und George sucht bei Potter Hilfe. Dieser verspottet ihn und freut sich auf dessen Gefängnisstrafe.

George beschließt sich umzubringen. Da tritt Clarence , der Engel 2. Klasse, auf den Plan. Er zeigt dem völlig verzweifelten Mann auf, was passiert wäre, wenn es ihn nicht gäbe. Sein Bruder ist im Eis verstorben und Onkel Billy ist im Irrenhaus gelandet. Die vielen Menschen, die Harry gerettet hat, sind alle gestorben. Mr. Gower ist im Zuchthaus gelandet und die schöne Wohnungssiedlung gibt es nicht. Bedford Falls gibt es nicht. Die Stadt heißt jetzt Pottersville und ist eine Lasterhöhle. Schließlich fragt er nach Mary, aber diese ist eine alte Jungfer geworden und seine Kinder gibt es auch nicht. Da will George sein Leben wieder und geht nach Hause. Unterdessen organisierte seine Frau Mary etwas unglaubliches…

Und zum Schluss klingeln die Glocken am Weihnachtsbaum: Ein Engel hat nun endlich seine Flügel erhalten.

Behind the scenes

Der Spielfilm basiert auf der Kurzgeschichte The Greatest Gift von Philip van Doren Stern aus dem Jahr 1939. Da er keinen Verleger gefunden hatte, verschickte er seine Geschichte 1943 als Weihnachtskarte an mehrere Bekannte. Dadurch erlangte er die Aufmerksamkeit von Filmproduzenten. Später kaufte Liberty Films die Rechte und produzierte die Geschichte. Doch statt den Film The Greatest Gift zu nennen, entschied man sich, den Titel in It’s a Wonderful Life umzubenennen.

Das Budget für den Film lag bei 3,18 Millionen US-Dollar – für damalige Verhältnisse sehr hoch. Trotz kommerziellen Misserfolges, zählt der Film heute zu den besten Filmen, die jemals produziert wurden.

1947 wurde Ist das Leben nicht schön?  für fünf Oscars nominiert u.a für Bester Film und Bester Hauptdarsteller. Jedoch konnte in keiner der Kategorien der Goldjunge mitgenommen werden. Dafür erhielt Frank Capra im selben Jahr den Golden Globe als beste Regie.

Sehen oder nicht sehen?

Ist das Leben nicht schön?  ist zu Recht einer der besten Filme aller Zeiten. James Stewart spielt den George Bailey überragend. Sehr einfühlsam, man fiebert richtig mit ihm mit. Mit seinen schauspielerischen Leistungen wäre James Stewart heute ein Megastar. Auch in einer wunderbaren Rolle: Donna Reed als Mary. Sie steht Georg immer zur Seite, auch in sehr schwierigen Situationen. Als Bösewicht Mr. Potter: Lionel Barrymore – sehr gut, denn man nimmt ihm den Fiesling voll ab. Ist das Leben nicht schön ist, bis in die Nebenrollen hinein, sehr gut besetzt. Egal wie hoch die Skala sein soll, ich kann immer nur die höchste Punktzahl vergeben. Ich habe den Film schon viele Male gesehen und versuche in der Schlussszene nicht zu weinen. Immer und immer wieder sind jedoch die Tränen geflossen.

Die Literaturverfilmung hat alles was man ansehen möchte: Humor, Drama, Feingefühl, Tragik, einen ironischen Beigeschmack in einigen Szenen. Er appelliert an die Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit. Liebevoll und bewegend wird das Zusammentreffen zwischen einem Mann, der den Glauben an sich selbst verliert und einen Engel, der noch in der Lehre ist, erzählt. Die Geschichte glaubt dabei immer an das Gute im Menschen. Der Film avancieren sich über die Jahre hinweg als Filmklassiker – und dies zurecht.

Text: Michael Förtsch


Facts about

Originaltitel: IT’S A WONDERFUL LIFE

Regie: Frank Capra

Produktion: Frank Capra

Drehbuch: Frances Goodrich, Albert Hackett, Jo Swerling, Frank Capra

Darsteller: James Stewart, Donna Reed, Lionel Barrymore, Henry Travers,

Todd Karns, Thomas Mitchell, Samuel S. Hinds, Ward Bond u. v. a.

FSK:6

Länge: 125 Minuten

Erstausstrahlung: 1947 (USA)

16. Dezember 1961 (Dtd.)

auf DVD erhältlich

hier noch der Anfang vom Film auf youtube.com —> https://www.youtube.com/watch?v=9YTKb1Avi04

 

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