cinetastischer Adventskalender: Türchen 11

Im heutigen Türchen befindet sich eine romantische Hollywood-Komödie. Nein, stop wartet. Es ist DIE romantischste Komödie überhaupt. Das non-plus-ultra. Die Messlatte für jede weitere Komödie, die folgen wird. Es geht um einen Millionär, der sich in ein Callgirl verliebt: PRETTY WOMAN (1990)

Pretty Woman

von Garry Marshall

 

„Pretty woman, walking down the street. Pretty woman, the kind I like to meet…

…Pretty woman, I don’t believe you, you’re not the truth
No one could look as good as you, mercy „
[1]

Als der Geschäftsmann und Workaholic Edward Lewis auf den Straßen von Beverly Hills auf die junge, attraktive Vivian trifft, ändert sich sein Leben binnen einer einzigen Nacht. Der sonst so akribische Planer, plante es nicht ein, dass aus einer Nacht, eine Woche und schließlich seine große Liebe wird. Für genau 3 000 Dollar „kaufte“ er sich die Gesellschaft des Callgirls Vivian Ward. Und die verdreht im mächtig den Kopf. Er schenkt ihr schöne und teure Kleider, lädt sie zum Essen und in die Oper ein. Innerhalb dieser Woche entsteht eine Beziehung mit Tiefe und sehr viel Romantik. Vivian, die sehr lebenslustig und in einer „einfachen“ Welt aufgewachsen ist, kennt sich nicht mit den gesellschaftlichen Normen der Schönen und Reichen aus. In Hotelmanager Thompson findet sie einen Lehrer und Zusprecher. Während Vivian in die Welt des Luxus eintaucht, überdenkt Edward – dank ihr – seine beruflichen Tätigkeiten. Eine unrealistische, aber äußerst kitschige Cinderella-Story beginnt…

Behind the scenes

Der ursprüngliche Arbeitstitel von Pretty Woman war eigentlich $3,000 (betitelt nach der Summe, die Edward an Vivian bezahlte). Erst viel später wurde der Film nach dem gleichnamigen Titelsong Oh, Pretty Woman von Roy Orbison umbenannt. Der Film hatte in seiner ursprünglichen Drehbuchversion auch kein Happy End – wurde aber durch die Autoren Stephen Metcalfe, Robert Garland und Barbara Benedek überarbeitet. [2]

Die Dreharbeiten begannen im Sommer 1989. Quellen zu folgen, soll es mehr als 115.000 Metern Filmmaterial gegeben haben. Davon wurden aber nur rund 19.000 Meter verwendet. Die Produktionskosten beliefen sich auf rund 14 Millionen US-Dollar – eingespielt hat er weltweit 463 Millionen Dollar. [3]

Julia Roberts wurde 1991 für ihre Rolle der Vivian Ward in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“ für einen Oscar nominiert- mit nach Hause nehmen konnte sie diesen aber nicht. Dafür gewann sie einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin.

Unter dem Soundtrack des Films befinden sich auch zwei sehr bekannte Lieder: Oh, Pretty Woman von Roy Orbison aus dem Jahr 1964 und It Must Have Been Love von Roxette aus dem Jahr 1990.

Die damals 22-jährige Julia Roberts stand noch am Anfang ihrer Karriere und spielte sich als Vivian in die Herzen Hollywoods…und ist dort bis heute geblieben.

Sehen oder nicht sehen?

Pretty Woman ist für mich der Inbegriff einer romantischen Komödie. Kein anderer Film kann dir ein Märchen vom Traumprinzen so gut vorgaukeln. Die Story an sich ist ziemlich unrealistisch und mit sehr sehr viel Kitsch. Was hier keineswegs negativ gesehen werden soll. Julia Roberts spielt ihre Rolle mit sehr viel Humor und auch Gefühl – alles aber ohne Schnörkel. Sie mimt das einfache Mädchen, das nach Hollywood gekommen ist ohne Geld. Sie muss sich irgendwie – auf unkonventionelle Art – durchschlagen. Dabei trifft sie – ganz zufällig – ihren Traumprinzen. Und lebt sprichwörtlich von Luft und Liebe…und Edwards Geld. Der Film ist ohne  Tiefgang. Das Happy End ist vorprogrammiert – wer also leichte Unterhaltung sucht, ist hier genau richtig. Meine persönliche Lieblingsszene des Films ist die Shopping-Szene zusammen mit dem Titelsong. Pretty Woman zeigt den „American Dream“ – Geld spielt hier keine Rolle mehr.  Wie in einem Traum werden der jungen Frau schicke Kleider gekauft, mit ihr fein Essen gegangen oder in die Oper – und doch ist es nur ein Traum, den wir Mädels uns allerdings hunderte Male ansehen können und immer wieder schmelzen wir dahin.

Doch es sind nicht nur die 22-jährige Julia Roberts und Richard Gere, die den Film so schön kitschig machen. Es sind auch die Nebenrollen – die im übrigen hervorragend besetzt wurden – die den Film zu einer einzigartigen Komödie auszeichnen. Besondere Sympathiepunkte erreicht der Hotelmanager Thompson (gespielt von Hector Elizondo), der zu Beginn Vivian genauso gesehen hat wie alle anderen: als primitives und naives Mädchen von der Straße. Schnell jedoch entwickelt sich eine wunderbare Freundschaft zwischen den beiden – und er erspielt sich mehr als nur einmal die Sympathie der Zuschauer.

Alles in allem, sollte man den Film zumindest 1x gesehen haben – ob man ihn mag steht außer Frage.

Pretty Woman ist eine kitschiges, modernes Märchen, indem es um Mut und Entschlossenheit geht, seinen Weg zu bestreiten und sich nicht verbiegen zu lassen. Die Liebe ist der Träger dieses Märchen und die Belohnung am Ende des Weges. Der Film ist ein Märchen, dass uns Mädels vom Prinzen träumen lässt: Unrealistisch aber schön.


Facts about

Regie: Garry Marshall

Drehbuch: J. F. Lawton

DarstellerInnen: Richard Gere, Julia Roberts, Hector Elizondo, Ralph Bellamy, Jason Alexander, Laura San Giacomo, Alex Hyde-White

FSK: 12

Länge: 119 Minuten

Kinostart: 05. Juli 1990

auf DVD erhältlich


[1] Songtext aus Oh, Pretty Woman von Roy Obison (1964)

[2] https://www.hollywoodreporter.com/lists/famous-movie-titles-original-names-before-change-923339/item/pretty-woman-movie-title-changes-923333

(aufgerufen am 11.12.2017)

[3] http://www.boxofficemojo.com/movies/?id=prettywoman.htm  (aufgerufen am 11.12.2017)

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