cinetastischer Adventskalender: Türchen 7

In Vorbereitung auf diesen Adventskalender, habe ich meine Familie und Freunde gefragt, was denn ihre Lieblingsfilme und -serien sind. Das heutige Türchen wird nicht von mir, sondern von einer meiner liebsten Freundinnen Charleen geöffnet. Sie wird euch ein extrem bildgewaltiges Filmspektakel vorstellen, in dem die Darsteller bis zu sechs verschiedenen Figuren darstellen: CLOUD ATLAS (2012)

Cloud Atlas

von

Tom Tykwer, Lana Wachowski und Andrew Wachowski

 

Quelle: youtube.de

Unsere Leben gehören nicht uns. Von der Wiege bis zur Bahre sind wir mit anderen verbunden …“

Cloud Atlas erzählt die Geschichte von sechs Menschen, deren Schicksale miteinander, auch über einen Zeitraum von mehreren hundert Jahren, verknüpft sind. Verbunden sind die jeweiligen Handlungen durch musikalische Untermalungen, Personen, Gegenstände oder auch Figuren, die in mehreren Geschichten auftauchen. Am Anfang steht das Tagebuch des Amerikaners Adam Ewing, der 1849 den Pazifik bereist und sich mit der Unterdrückung und Versklavung indigener Völker konfrontiert sieht. Dieses Tagebuch gelangt im 20. Jahrhundert in die Hände des jungen und homosexuellen Komponisten Robert Frobisher. Frobisher lebt und arbeitet als Gehilfe in Vyvyan Ayrs‘ Haus. Er schreibt das Wolkenatlas Sextett, dass in der Vorstellung geschaffen wurde, dass man sich in verschiedenen Leben und Epochen immer wieder begegnet und sich bestimmte Ereignisse ständig wiederholen. Dieses Motiv zieht sich durch den gesamten Film. Als Ayrs das Wolkenatlas Sextett für sich beansprucht, kommt es zum Streit und er droht Frobisher damit, dessen Homosexualität der Öffentlichkeit offenzulegen…
Immer wieder kämpfen die Figuren der einzelnen Geschichten um Selbstbestimmung, Freiheit und Gerechtigkeit. Die Einzelschicksale werden in Cloud Atlas nicht chronologisch abgehandelt, sie sind miteinander verwoben und fügen sich erst am Ende wieder zu einer Geschichte zusammen.

Behind the scenes

Cloud Atlas basiert auf dem gleichnamigen Roman von David Mitchell aus dem Jahr 2004, auch wenn der Film von seiner Buchvorlage an diversen Stellen abweicht. Einige Figuren werden weggelassen, Handlungsstränge und Spielorte verändert, sodass der Film die Zuschauer, die erst den Roman gelesen haben, an vielen Stellen überraschen dürfte.

Als Cloud Atlas erschien, stellte er den bis dahin teuersten Independent-Film dar und verschlang insgesamt 100 Millionen US Dollar.1 Die Finanzierung des Filmprojektes stellte das Regie-Trio immer wieder vor schier unüberwindbare Hürden, da sich die Investorensuche mehr als schwierig erwies. Ein spannendes Interview von Tom Twyker, in dem dies genauer thematisiert wird, findet ihr unter: https://www.welt.de/print/wams/kultur/article110595845/Ein-Film-wie-es-ihn-nie-gab-Ich-muss-ihn-einfach-drehen.html

Besonders erwähnenswert sind die schauspielerischen Leistungen der Darsteller, die in Cloud Atlas teilweise bis zu sechs, extrem unterschiedliche Rollen innerhalb des Films übernehmen. Dabei wechseln sie nicht nur den zu spielenden Charakter, sondern auch das Geschlecht und sind in vielen Situationen kaum wieder zuerkennen.

Sehen oder nicht sehen?

Der Film ist mit seiner Laufzeit von fast drei Stunden, seiner tiefgründigen und extrem vielschichtigen Handlung gewiss kein Film, den man einfach „zwischendurch“ guckt. Ganz im Gegenteil, er verlangt viel von seinen Zuschauern ab. Diese müssen teilweise sehr konzentriert sein, um der Handlung zu folgen und zu verstehen, wie die einzelnen Handlungsstränge, zwischen denen auch hunderte Jahre liegen können, miteinander verknüpft sind. Immer wieder werden philosophische Fragen aufgeworfen, die die Zuschauer zusätzlich zum Nachdenken anregen. Eins steht aber fest: Wer sich auf Cloud Atlas einlässt, dem wird ein wahres Meisterwerk geboten.

Cloud Atlas ist ein extrem bildgewaltiges Filmspektakel, das allerdings auch einiges an Konzentration erfordert. Der Film überzeugt mit einer fantastischen Filmmusik, einer hochkarätigen Besetzung, hinterlässt einen bleibenden Eindruck und lädt zum erneuten Schauen ein, da immer mehr geheime Verbindungen auftauchen, die man als Zuschauer entschlüsseln möchte.

 


Facts about

Regie

Tom Tykwer
Andrew Wachowski
Lana Wachowski

Drehbuch

Tom Tykwer
Andrew Wachowski
LanaWachowski

DarstellerInnen

Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant, Susan Sarandon, Jim Broadbent,

Hugo Weaving, Jim Sturgess, Doona Bae, Ben Whishaw, James D’Arcy,

Zhou Xun, Keith David, David Gyasi und Brody Lee

FSK: 12

Länge: 172Minuten

Kinostart: 15. November 2012

auf DVD erhältlich

 

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