cinetastischer Adventskalender: Türchen 6

Die bisherigen Empfehlungen befassten sich mit Filmen aus den vergangenen vier Jahren. Für Türchen Nr.6 gehen wir ein bisschen weiter zurück in die Filmgeschichte. Das heutige Drama stammt aus dem Jahr 2000. Es zeigt das Streben einer jungen Frau und Mutter nach Gerechtigkeit – ihr Gegenspieler ist ein großer, Milliarden-schwerer Konzern: ERIN BROCKOVICH (2000).

Erin Brockovich

von Steven Soderbergh

Quelle: youtube.de

Das Streben nach Gerechtigkeit

Erin Brockovich ist eine alleinerziehende, dreifache Mutter, die weder eine Arbeit hat, noch einen Mann. Nach einem Autounfall 1993 zieht sie vor Gericht. Ihr Anwalt Ed Masry verspricht ihr, den Fall zu gewinnen und Schmerzensgeld zu bekommen. Vergebens. Schuld waren ihre verbalen Ausbrüche gegen den Ankläger. Erin bekommt weder Schmerzensgeld, noch werden ihre Kosten für die Behandlung übernommen. Sie steckt nun in hohen finanziellen Schwierigkeiten. Ihren Anwalt überredet sie – zwecks Wiedergutmachung, da er ihr einen Sieg versprochen hat – in seiner Kanzlei zu arbeiten.

Während sie Akten sortiert, stößt sie auf einen interessanten Fall: Donna Jensen vs. Pacific Gas and Electric. In den Unterlagen befinden sich neben dem Angebot für ein Haus, auch medizinische Dokumente. Warum? Erin bittet Masry den Fall zu übernehmen. Und damit bringt sie den Stein ins Rollen und deckt einen Umweltskandal auf.

Jensen wohnt im kalifornischen Hinkely, wo der Konzern eine Zweigstelle besitzt. Das Grundwasser wurde mit Chrom(VI) jahrelang verseucht und hat die Anwohner krank gemacht. Dabei schreckt das lebensbedrohliche Chrom(VI) vor nichts zurück: Männer, Frauen, Kinder – einfach alle. Und keiner konnte sich bis dato wehren. Doch die engagierte Brockovich gibt nicht auf und greift (zum Leidtragen ihrer Kinder) nach jedem Strohhalm und versucht der Sache auf den Grund zugehen.

Durch ihren Ehrgeiz, ihr Einfühlungsvermögen und das Streben nach Gerechtigkeit, bewirkt sie eine Sammelklage mit insgesamt 634 Unterschriften. Die Zentrale des großen Konzerns wusste von der Verschmutzung, schob es aber heimlich unter den Tisch. In einem Gerichtsprozess wurde Pacific Gas and Electric zu einer Schadenersatzzahlung von 333 Millionen US-Dollar verurteilt…

Behind the scenes

Erin Brockovich basiert auf einer wahren Geschichte, der Rechtsanwaltsfachangestellten Erin Brockovich. Durch ihre Hartnäckigkeit gelange es Brockovich einen Umweltskandal der Firma Pacific Gas and Electric – 1996 – aufzudecken.

Die echte Erin spielt im Film eine kleine Gastrolle in einem Restaurant. Lustiger Weise trägt sie ein Namensschild mit der Aufschrift „Julia“ – was vermutlich damit zusammenhängt, dass Julia Roberts „Erin“ spielt. Auch der echte Anwalt Ed Masry hat einen Cameo-Auftritt in der selbigen Szene.

Julia Roberts bekam für ihre Rolle der Erin Brockovich einen Oscar in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin“. Nach zwei vorherigen Nominierungen,  für Pretty Woman (1991) als „Beste Hauptdarstellerin“ und Magnolien aus Stahl (1990) als „Beste Nebendarstellerin“, war es ihr erster Oscar – Gewinn. Der Film Erin Brockovich gilt als einer der Höhepunkte ihrer Karriere. Für ihre Rolle wurde sie mit rund 20 Mio. US-Dollar bezahlt, und galt zu dieser Zeit als am besten bezahlteste Hollywoodschauspielerin – keine andere hat je zuvor eine solche Summe aushandeln können. 1

Sehen oder nicht sehen?

Das Drama spart sich jeden Kitsch. Dafür setzt es die ehrgeizige Mutter mit dem großen Mundwerk in den Vordergrund und zeigt auf beeindruckende Weise ihren Kampf für Gerechtigkeit. Obwohl der Kitsch-Faktor sehr niedrig gehalten ist, wird doch sehr viel Emotionalität ins Spiel gebracht. Große Plädoyers werden im Film nicht geschwungen, was ihn kurzweilig und packend macht. Das Tempo geht nie verloren und die Spannung bleibt bis zum Ende. Julia Roberts spielt ihre Rolle der Erin fabelhaft und überzeugend – was die Oscar-Auszeichnung einmal mehr unterstreicht.

Erin Brockovich ist ein Justiz-Drama, das den größten Schadensprozess der USA beleuchtet und dabei die Geschichte einer jungen Mutter in den Vordergrund stellt. Der Film hat viel Courage und beweist die Stärke einer einzelnen Frau, nicht aufzugeben und für Gerechtigkeit zu kämpfen. Julia Roberts brilliert als Erin mit viel Humor, Sexyness, Tiefe und Authentizität.

Emotionalität * * * * *

Story * * * * *

Julia Roberts * * * * * *

Gesamturteil: 5 +


Facts about

Regie: Steven Soderbergh

Drehbuch: Susannah Grant

DarstellerIn: Julia Roberts, Albert Finney, Aaron Eckhart, Marg Helgenberger,

Peter Coyote, Veanne Cox, Cherry Jones

FSK: 6

Länge: 130 Minuten

Kinostart: 06. April 2000


1 Julia Roberts Filmgagen http://www.imdb.com/name/nm0000210/bio [aufgerufen am 06. Dezember 2017]

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