cinetastischer Adventskalender: Türchen 5

Heute möchte ich euch einen Film ans Herz legen, der ungeahnte musikalische Fähigkeiten bei einzelnen SchauspielerInnen zeigt: LES MISERABLES (2012). Der „Musical“-Film zeigt und vertont die Geschichte eines Ex-Strafhäftlings auf seiner Jahrzehnte andauernden Flucht und findet seinen Höhepunkt in den Wirren  des Pariser Juniaufstandes 1832. Do you hear the people sing…?

Les Miserables von Tom Hooper

 

  Quelle: youtube.de/ Universial Pictures Germany

Do you hear the people sing…?

Frankreich. 19. Jahrhundert: Der Häftling Jean Valjean wird nach 19jähriger Haft unter Vorbehalt entlassen. Nach einigen Hürden hat er es nach acht Jahren geschafft, sich eine neue Existenz unter falschem Namen aufzubauen. Er ist jetzt Fabrikbesitzer und Bürgermeister in einer Stadt vor Paris. Doch seine Vergangenheit holt ihn wieder ein, denn sein Erzfeind, Inspektor Javert, taucht auf und entlarvt Valjean. Er muss fliehen, doch die  junge Arbeiterin Fantine hindert ihn daran.

Fantin stirbt und Valjean versprach ihr, sich um ihr Kind Cosette zu kümmern. Das kleine Mädchen wohnt bei einem Wirt und seiner Frau. Beide überhäufen das kleine Mädchen mit Arbeiten, für die die eigene Tochter zu fein ist. Valjean nimmt Cosette zu sich und zieht sie als Tochter in Paris groß.

Jahre später –1832 – verliebt sich Cosette in Marius, einen jungen Revolutionär. Er gehört einer Gruppe an, die von Javert gejagt wird und erneut muss sich Valjean seinem Widersacher stellen. Im Juni 1832 kommt es erneut zur Begegnung der beiden. Jäger und Gejagter stehen sich gegenüber. Kann dadurch die Liebe von Cosette und Marius gerettet werden?

Behind the scenes

Seine ursprüngliche Basis findet der Film im Roman „Die Elenden“ von Victor Hugo. Jedoch gibt es eine unmittelbarere Quelle für das Drama: Das Musical Les Miserables (welches natürlich auch Hugo’s Roman zur Vorlage hat). Die Bühnenfassung selbst existiert schon seit 1985 (in London). Uraufgeführt wurde es allerdings bereits 1980 in Paris in einer sehr gekürzten Version. Es gibt unzählige Musical- und Konzertversionen in verschiedenen Sprachen.

Die Idee, aus dem Musical ein Film zu machen, gab es schon in den frühen 1980er Jahren – wurde aber aus mehreren Gründen immer wieder verschoben. Anlässlich des 25-jährgigen Jubiläums des Musicals 2010, verkündete Produzent Cameron Mackintosh die Wiederaufnahme des Verfilmungs-Projektes. Im Frühjahr 2012 fiel dann die erste Klappe.

Interessant ist, dass in der Verfilmung der Original-Valjean (von der Bühnen-Fassung) Colm Wilkinson als Bischof von Dign auftritt.  Auch Schauspielerin Samantha Barks ist im Film wieder ihre Rolle Eponine und betritt zu diesem Zeitpunkt – filmisch betrachtet – Neuland, da sie zuvor nur auf der Theaterbühne stand.

Eine weitere Besonderheit von Les Miserables ist, dass die Lieder – von denen es reichlich gibt – nicht wie üblich zuvor im Studio aufgenommen wurden, sondern live beim Dreh eingesungen worden – dies bewirkt eine stärkere emotionale Ausdruckskraft der Figur und dessen Lied. Meine persönlichen Lieblingslieder sind „Do you hear the people sing?“ und „At the end of a day“.

Sehen oder nicht sehen?

Zugegebenermassen ist dieser Film mit seinen fast drei Stunden sehr sehr lang und besteht zu 95% aus Liedern. Dennoch muss ich sagen, dass er zu keiner Sekunde langweilig wird. Die Lieder sind einprägsam, verursachen Gänsehaut und verleiten zum Mitsingen. Der Film glänzt durch eine faszinierende Ausstattung und seinen wunderbaren Kostümen. Ein weitere Pluspunkt ist der gut ausgewählte Cast und dessen ungeahnten musikalischen Fähigkeiten. Hier seinen besonders die Liedszenen mit Anne Hathaway “ I dreamed a Dream“  und/oder Eddie Redmayne  „Empty Chairs at Empty Tables“ erwähnt. Der emotionale Gehalt einzelner Szenen verdankt der Film seiner Musik und den SchaupielerInnen. An einigen Stellen wirkt die Handlung jedoch unschlüssig und wird nur durch ein paar Zeilen im Lied erklärt.

Les Misreables ist ein explosives, musikalisches Kostümdrama, dass auch nach Jahren des Nichtsehens, trotzdem noch im Ohr bleibt. Es unterhält, bewegt und reißt mit. Schauspielerisch und gesanglich ist es eine gelungenen Adaption der Bühnenfassung bis zum letzen Ton.

 


Facts about

Regie: Tom Hooper

Drehbuch: William Nicholson, Alain Boublil, Claude-Michel Schönberg, Herbert Kretzmer

DarstellerIn: Hugh Jackman, Russell Crowe, Anne Hathaway, Eddie Redmayne,

Amanda Seyfried, Sacha Baron Cohen, Helena Bonham Carter, Samantha Barks

FSK: 12

Länge: 158 Minuten

Kinostart: 21. Februar 2013

auf DVD erhältlich

oder als Musical z.B in London ansehen 😉


Über das Musical „Les Miserables“ in London gibt es auf meinem Blog bereits einen Bericht vom 25.11.2016. —>Les Miserables Musical

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