cinetastischer Adventskalender: Türchen 4

Für den heutigen Film reisen wir zurück in die 60er Jahre. Das Drama erzählt die Geschichte dreier afroamerikanischer Mathematikerinnen, die bei der NASA arbeiten und sich neben allerlei Zahlen auch mit Vorurteilen und Undankbarkeit herumschlagen müssen: HIDDEN FIGURES- UNERKANNTE HELDINNEN. Für mich einer der stärksten Filme im Jahr 2017.

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

von Theodore Melfi

Quelle: youtube.de/ 20th Century Fox

Von Willenskraft und Gleichberechtigung

USA 1962: Der Astronaut John Glenn (Glen Powell) ist der erste Amerikaner, der die Erde in einem Raumschiff komplett umkreist – ein wichtiger Schritt für die USA im Kalten Krieg mit der Sowjetunion. Glenn lebt zu einer Zeit, in der per Gesetzt Schwarze und Weiße in den USA getrennt werden: Busse, Toiletten, Jobs, Ehen (von der Gleichberechtigung der Frau, muss man gar nicht erst anfangen). Doch Glenn hätte diesen Erfolg im All nicht geschafft, hätte es nicht drei afroamerikanischen NASA Mathematikerinnen gegeben. Ihre Namen kannte bis dato kaum jemand. Sie sind der Grund, warum Glenns Mission erfolgreich verlief: Katherine Johnson (Taraji P. Henson), Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) und Mary Jackson (Janelle Monáe).

Der Film erzählt den steinigen Karriereweg dieser drei Frauen. In ihrem Alltag müssen sie sich nicht nur mit mathematischen Formel und Zahlen befassen, sondern auch mit Vorurteilen, Rassentrennungs-Gesetzt und allerlei Schikanen –  angefangen mit einer Toilette nur für Schwarze (die im übrigen eine Meile weit weg vom eigentlichen Arbeitsplatz ist), separten Kaffeekannen oder einem abgetrennten Bereich hinten im Bus. Einen Befürwortet hat Katherine jedoch: Al Harrison (Kevin Costner), den Leiter der Space Task Group, die für die Errechnung der Flugbahnen der Raketen zuständig ist. Gegen jeden Widerstand holt er das brilliante Genie in sein Team. Es beginnt eine Zeit, in der Stärke, Durchsetzungsvermögen und Willenskraft sich gegen die Männerwelt und vor allem gegen die weiße Gesellschaft zu beweisen, gefragt ist.

Behind the scenes

Der Film basiert auf wahren und noch unerzählten Begebenheiten. Die drei Frauen, die am Mercury- und am Apollo-Programm der NASA beteiligt waren, hat es wirklich gegeben. Das Sachbuch „Hidden Figures“ (2016) von Margot Lee Shetterly bildet die Grundlage und erzählt ihre Geschichte. Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2016 statt.

Der Film spielt zwei Jahre vor dem Civil Rights Act von Lyndon B. Johnson. Das Bürgerrechtsgesetz hob – juristisch gesehen – die Trennung von Weißen und Schwarzen in den USA auf – darunter fielen alle für die Öffentlichkeit zugängige Einrichtungen wie Kinos, Busse, Restaurants, Hotels, etc. Schon vorher war es aber Afroamerikaner erlaubt in der Forschung, im Staatsdienst oder bei US-Behörden zu arbeiten – die Anerkennung und Gleichstellung war  hier allerdings nicht mit inbegriffen.

Die Raumfahrt von Glenn selbst, bildet im Film nur den Hintergrund. Ein Film, der diese vordegründig thematisiert wäre bspw. Der Stoff aus dem die Helden sind (1984).

Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen erhielt bei den diesjährigen Oscars in gleich drei Kategorien eine Nominierung – u.a  als Bester Film.

Sehen oder nicht sehen?

Neben der bewegenden Geschichte sind es vor allem die grandiosen Schauspielerinnen, die den Film tragen. Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe liefern eine souveräne Leistung ab und geben den bis dato eher unbekannten Figuren ein Gesicht. Bis in die kleinste Nebenrolle ist der Film fabelhaft besetzt: Kirsten Dunst und Jim Parsons (bekannt aus „The Big Bang Theory“) sind nur zwei Namen auf der langen Liste. Ein Lob sei auch Kevin Costner ausgesprochen, der als Al Harrison eine Schlüsselfigur darstellt: als weißer Mann, kann und will er es nicht verstehen, warum so ein kluger Kopf wie Katherine benachteiligt wird. Er setzt sich für eine – zummindest an seinem Arbeitsplatz – Abschaffung der Rassentrennung ein.

Der Film zeigt den täglichen Kampf bei der Arbeit der drei Frauen, ihr Ringen um Anerkennung, Würde und Stolz. Das Biopic hält sich dabei an den historischen Fakten und bedarf keiner Ausschmückung alá Hollywood.

Hidden Figures ist ein Emanzipations-Drama, mit viel Herz und Willenskraft. Der Film bewegt, berührt und inspiriert. Er zeigt auf authentische Weise, dass Genie nichts mit Geschlecht, Hautfarbe oder Herkunft zu tun hat. Er regt dazu an, Vorurteile fallen zu lassen und den Blick für das Wesentliche zu bekommen. Unter den vielen Filme im Jahr 2017 gehört dieser definitiv zu meinen Top 10.

 

Story * * * * * *

Cast * * * * * *

Emotionalität * * * * *

Gesamturteil: 5,5 Sterne

 


Facts about

Regie: Theodore Melfi

Drehbuch: Theodore Melfi

DarstellerIn: Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monáe, Kevin Costner,

Kirsten Dunst, Jim Parsons, Mahershala Ali, Aldis Hodge, Glen Powell

FSK: 0

Länge: 127 Minuten

Kinostart: 02. Februar 2017

auf DVD erhältlich

http://www.fox.de/hidden-figures

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